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Im Siegerland: Kapellenschulen

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Ehemalige Kapellenschule in Eisern bei Siegen.  (Foto: Buch-Juwel)

Auf dem neuen Poster sind 20 heutige Ansichten zu sehen

Januar 2014. Siegen (Dialog/prw). Im Siegerland waren Kapellenschulen einst weit verbreitet. Die Ursprünge gehen bis auf Mitte des 16. Jahrhunderts zurück. Heute stehen noch viele der ehemaligen Gebäude, saniert und renoviert sowie mit anderer, meist heimatbezogener Zweckbestimmung. Der Siegener Verlag Buch-Juwel hat 20 aktuelle Gebäudeansichten ehemaliger Kapellenschulen auf einem DIN-A2-Poster vereint.

Aus der Bezeichnung „Kapellenschule“ kann man den ehemaligen Zweck der Gebäude herleiten: Sie dienten als Kirche oder Kapelle für den Gottesdienst und zusätzlich als Schule. Das hatte den Vorteil, dass die Kinder des Ortes nicht weite Wege gehen mussten, was besonders im Winter beschwerlich war, da man ja zu Fuß unterwegs sein musste. Bei Buch-Juwel reifte daher der Entschluss, die Gebäude, wenn auch in heutigen Ansichten, auf einem vierfarbigen DIN-A2-Poster zusammenzutragen. Es wurde im Dezember 2014 fertiggestellt.

Auf dem Bilderbogen „20 Siegerländer Kapellenschulen“ reicht die Palette von Plittershagen bei Freudenberg über Trupbach bei Siegen bis zu Wiederstein bei Neunkirchen und von Littfeld bei Kreuztal über Sohlbach bei Geisweid und Siegen bis zu Lützeln bei Burbach. Typisch sind die Türmchen auf den Gebäuden.

Der Siegener Verlag Buch-Juwel greift immer wieder in verschiedenen Formen Traditionelles und Aktuelles aus dem Siegerland auf. Weitere Themen, als Magazine, Beiträge, Büchlein, Videosequenzen und Poster sind in Arbeit.

Zum Kapellenschulen-Poster kann man sich ein Muster anschauen und erfährt auch Bezugsquellen, direkt über die Titelseite von http://www.buch-juwel.de abrufbar.

 

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Siegerland: Backes und Kapellenschule

Der Backes in Heuslingen, im Freudenberger Land. (Foto: (c) presseweller)

Neues Online-Magazine von Buch-Juwel

Dezember 2014. Siegerland (Dialog). Seine Reihe der Online-Magazine zum Siegerland und zu anderen Regionen und Themen hat der Siegener Verlag Buch-Juwel nun um sechsseitige bebilderte Magazin „Aus dem Siegerland. Backes und Kapellenschule. Geschichte, die noch erlebbar ist“ ergänzt.

In Texten und Fotos geht es um die Tradition der Backhäuser, im Siegerland „Backes“ genannt, die schon seit Jahrzehnten in vielen Siegerländer Orten wiederbelebt wurde. Ob im Freudenberger Land, rund um Siegen oder im Burbacher Land und im Hickengrund: Überall sind renovierte, restaurierte oder neu aufgebaute Backhäuser, oft im traditionellen Fachwerkstil aber auch mit Putzfassade zu sehen. Durch Backtage und Backesfeste sind es nicht nur starre Baulichkeiten, sondern mit Leben erfüllt. In der Regel sind Heimatvereine die Träger.

Das ist auch bei den ehemaligen Kapellenschulen meist so. Mitte des 16. Jahrhunderts ins Leben gerufen, wurde neben dem Hauptzweck als Kapelle oder kleine Kirche auch Schulunterricht in den Räumlichkeiten abgehalten. Viele der Kapellenschulen, oft in Fachwerk, sind renoviert oder restauriert. Typisches Merkmal ist das Türmchen auf dem Dach. Sie dienen heute zum Beispiel Heimatvereinen als Räumlichkeit, sind als Museum oder Heimatstube hergerichtet. Die ehemaligen Kapellenschulen, teils wahre Schmuckstücke, sind noch in vielen Orten des Siegerlandes zu finden.

Magazin im Web frei zugänglich

Das neue Online-Magazin „Backes und Kapellenschule“ gibt einen kleinen Einblick. Es kann zugangsfrei zum Lesen und Anschauen über die Seite „Magazine, Videos, Blogs“ auf www.buch-juwel.de und auf www.presseweller.de als PDF oder zum Blättern aufgerufen werden.

Über die angegebenen Seiten kann auch das neue Kurzvideo „Von Advent bis Weihnachten: Gemütlich ist’s“ aufgerufen werden. (presseweller)

Backes und mehr im Siegerland

Die Region hat viel Interessantes zu bieten / Jung Stilling und Grund

August 2014. Siegen (dialog/jw). Mag das Siegerland  auch manchen nicht so sehr bekannt sein, so gibt es dennoch viel Interessantes, schöne Landschaften und eine reiche Geschichte. Der sehr waldreiche Landstrich im südlichen Westfalen lädt nicht nur zum Wandern ein, sondern hat auch kultur- und wirtschaftsgeschichtlich einiges zu bieten. Das lässt sich teils vor Ort und sonst in Heimatmuseen nacherleben. Neben der Gruben-, Hütten- und Hammerwerkgeschichte sind es im ländlichen Bereich gerade die Backhäuser und Kapellenschulen, die Aufmerksamkeit verdienen.

Im alten „Eisenland an der Sieg“ wurde früher, teils bis in die 50er-Jahre, das gemeinsame Backen gepflegt. In den meisten Orten heißt das Backhaus „Backes“, wie auch in manchen anderen Regionen Deutschlands. In vielen Dörfern haben Heimatfreunde bzw. – vereine diese Tradition wieder belebt. Sie haben Backhäuser restauriert oder ganz neu aufgebaut und halten zu verschiedenen Terminen Backtage mit Brotverkauf ab. Das reicht vom Freudenberger Raum über das Netpherland bis in den Hickengrund.

Früher wurden „Schanzen“ zum Anheizen des Ofens genutzt. Schanzen sind Reisigbündel aus kleinen Ästen von Eichen, Buchen, Birken, die in den Haubergen, dieser ebenfalls für das Siegerland typischen Niederwaldbewirtschaftung, anfielen. Hier und da wird heute noch so verfahren. Zum Thema Hauberg kann man auf den Seiten von buch-juwel.de eine Zusammenfassung aufrufen. Beim traditionellen Brot, das einen hohen Roggenanteil hatte, spricht man daher noch heute vom „Schanzenbrot“. Zu den Backtagen in den Gemeinschaftshäusern gab es für den Backtag oft eine Verlosung der Backzeiten. Das machte Sinn. So war es stets unterschiedlich, wer zuerst kommen und Feuer machen musste. Neben Brot wurde auch so genannter „Blechkuchen“, zum Beispiel Streuselkuchen, mit der Nachhitze gebacken.

Schule und Gottesdienst

Schon früh bildeten sich Gebäude heraus, die der Gemeinde als dörfliche Kirche oder Kapelle dienten und schließlich auch zum Schulunterricht genutzt wurden, die so genannten Kapellenschulen. In vielen Gemeinden wurde für den Nachwuchs die „Sonntagsschule“ zur Bibel- und Religionsvermittlung ebenfalls  hier abgehalten. Das war eine praktische und wirtschaftliche Kombination, weil man so nicht in zwei Gebäude investieren musste. Man erkennt diese Schulen meist direkt an dem kleinen Glockentürmchen auf dem Dach.

Zu unserer Zeit in den 1950ern boten die „Volksschulen“ die Möglichkeit, bis zur achten Klasse und zum Abschluss „vor Ort“ zu bleiben. Dem heutigen Bildungssystem nach geht es nach der Grundschule in der Hauptschule bis zur 10. Klasse – abgesehen von den Möglichkeiten, Realschule, Gymnasium zu besuchen oder eine der verschiedenen neuen Schulformen zu nutzen.   Ob als Basis das „Hauptschul-“ besser ist als das frühere „Volksschulsystem“, ist eine ganz andere Frage. Unserer Auffassung nach ist es überhaupt gut, wenn es im engen örtlichen Nahbereich eine Grundschule gibt.

Schöne Kapellenschulen-Gebäude

In vielen Dörfern haben sich die Kapellenschulen, oft fein renoviert, erhalten, vom Hilchenbacher über den Freudenberger Raum bis ins Burbacher Gebiet. Oft werden diese Gebäude – meist, aber nicht immer in Fachwerkbauweise – als Heimatstuben oder Museen genutzt. Wer auf Urlaub im Siegerland ist, sollte mal schauen, zum Beispiel in Grund (heute zu Hilchenbach gehörig), dem Dorf, in dem der wegen seiner schon frühen Staroperationen bekannte Augenarzt, Literat und und … Jung-Stilling geboren ist. Das wiesenumgebene Dorf mit seinen vielen Fachwerkhäusern und den ringsum gleich ansteigenden bewaldeten Höhen wäre schon einfach so ein Urlaubsidyll. Aber mittendrin stehen auch die Kapellenschule und das Geburtshaus von Jung-Stilling. Bei Interesse ist es zu empfehlen, sich einmal diese und andere Kapellenschulen anzuschauen und auch die Backhäuser, vielleicht in Verbindung mit einem der Backtage und dabei, sofern angeboten, ein knuspriges Backesbrot mit Butter, Griebenschmalz oder Hausmacher Wurst probieren – das alles passt gut und ist einfach köstlich.

Beim Verlag Buch-Juwel laufen zurzeit neue Projekte mit spezieller Thematik. Einfach hin und wieder mal auf http://www.buch-juwel.de schauen, was sich tut. Ohnehin gibt es dort noch mehr rund ums Siegerland. Zum Anschauen alles ohne Anmeldung und kostenfrei!