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Georg Hainer: Heimat Siegerland

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In Gedichten, Beiträgen und Geschichten

Januar 2014. Siegen. „Heimat“, dieser Begriff oder auch dieses Lebensgefühl durchzieht nahezu alle Gedichte und Geschichten sowie Beiträge, die Autor Georg Hainer vornehmlich für den kleinen Verlag Buch-.Juwel verfasst. Religiösität und Heimatgefühl spielen dabei ebenso Rollen wie die traditionelle Wirtschaft der Region, vom Eisenerz bis zum Hauberg.

Einmal abgesehen von allgemeinen Themen-Gedichten, die unter anderem in der Zusammenarbeit mit dem Kärntner Holzbildhauer Lorenz Wieser als „Lyrisches Bildhauen“ sowie in frühen Gedichtbändchen wie „Ferne Träume – Brücken suchend“ entstanden, widmet sich der westfälische Schriftsteller und Autor Georg Hainer überwiegend heimatlichen Themen. Heimat ist für ihn gleich Siegerland. In den Büchlein des Verlages Buch-Juwel finden sich denn auch so einige lyrische Perlen, ob vom Bergmann oder vom wohl letzten Besuch in der Heimat oder ganz profan vom „Riewekooche“, wie der Siegerländer ein ganz besonderes Brot bezeichnet.

Ob frühe Kindheit, Schulzeit oder Jugend: Es werden Erinnerungen belebt. Es sind nicht nur seine eigenen aus über 60 Jahren Siegerland-Leben mit vielen Facetten, sondern auch die der Vor- und teils der Vor-Vor-Generation, wie er sie aus Erzählungen und Gesprächen kennt. Wie es einst beim „Backes“, dem Backhaus war, was im Hauberg getan werden musste, was Kornritter sind, wie es Bombenangriffe aufs Land gab und auch Lustiges im Dorfleben einst: Das und mehr erzählt Hainer in seinen Gedichten und Geschichten nach. Wenn er für die eine oder andere Geschichte auch auf allgemein zugängliche geschichtliche Daten und Hintergründe zurückgreift, so will er seinen Darstellungen dennoch keinen wissenschaftlich-historischen Anschein geben, sondern erzählen, wie Menschen dies und das selbst erlebt haben, und das in einer Sprache, die jeder versteht, weitgehend ohne Fachausdrücke und Verweise. Mehr noch, wenn er in „Platt“, Siegerländer Mundart, schreibt, fügt er die Erklärung in Hochdeutsch gleich an.

Bodenständig

Das Bodenständige, Authentische aus Hainers Zeiten drückt sich überall aus. Toleranz zu allen Glaubensrichtungen und auch zu denen, die sich keines Glaubens bekennen, ist gelebte Praxis.

In den Texten von Georg Hainer drücken sich auch immer wieder seine christlichen Wurzeln aus. Unter anderem dadurch, dass er seit Jahren Übersetzungen biblischer Geschichten und Gebete in „Platt“ übersetzt, vom Vaterunser, das er „Oos Babbe“ genannt hat, bis zum Glaubensbekenntnis wie im neuen Büchlein „Em Siegerland“ und von der Geburtsgeschichte nach dem Lukasevangelium bis zur Schöpfung nach der Bibel.

Es sind aber auch allgemeine Siegerländer Themen, die auf der Seite buch-juwel.de kostenlos abzurufen sind und von dort verbreitet werden, von „Hauberg“ bis zu Siegerländer Gerichten wie Klöße mit Speck- und Zwiebelsoße. Da hat auch der Genuss seinen Platz.

Die verschiedenen Büchlein sind trotz Nachdrucken alle ausverkauft. Für das aktuelle „Em Siegerland“ läuft nun wegen der Nachfrage nochmals ein Nachdruck.

Mehr zu den Siegerländer Büchlein und verschiedenen Themen erfahren Interessierte – mit kostenlosem und anmeldungsfreiem Zugang – auf den Seiten http://www.buch-juwel.de

Foto: Fachwerk, Alte Vogtei in Burbach. (Foto: presseweller.de)

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Im Siegerland: Der Gruberich, Erz und Schlösser

 

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Die Ginsburg erzählt von alten Zeiten. Vom Turm gibt’s einen Rundblick über Höhen und Wälder im Siegerland. (Foto/c: presseweller)

 

Er soll den Bergleuten Schutz geboten haben, der „Gruberich“, so schreibt es jedenfalls der Siegerländer Schriftsteller Georg Hainer in einem Gedicht in „Dat Siegerland“. Immerhin gilt die Region im südlichen Westfalen zwischen Hessen und Rheinland-Pfalz als „Eisenland“, weil es ehedem für seinen Erzreichtum bekannt war und es überall Gruben und Schächte gab, von Ameise, Glück Auf und Martinshardt über Fortuna bis zur Pfannenberger Einigkeit, um nur einige wenige zu nennen. Irgendwann aber erloschen die Grubenlichter und hier und da, wie zum Beispiel in Eiserfeld und Salchendorf bei Neunkirchen, gibt es noch die Möglichkeit eines kleinen Einblicks. Einen Förderturm nebst kleinem Museum gibt es auch am Grimberg, unterhalb der Eremitage in Niederdielfen.

Die alte Bergwerks- und Hüttentradition schimmert immer wieder auf, und so gibt es auch noch eine Siegerländer Bergknappenkapelle. Wenn sie „Glück-auf, Glück-auf, der Steiger kommt …“ intoniert, entsteht gerade für diejenigen, die noch einen Teil der Bergmannszeit miterlebt oder davon von ihren Vätern oder Großvätern erfahren haben, eine besondere Atmosphäre. In Museen lässt sich ebenfalls anhand von Ausstellungsstücken bis zu Abrechnungsdokumenten ein Teil der früheren Zeiten nachvollziehen. Allerdings: Statt einzelne solcher besonderen Bergwerks-Anlagen mit Förderturm und Kaue als Denkmäler zu erhalten, regierte meist er Abriss. Schade.

In Siegen selbst, wo die großen Statuen von Bergmann und Hüttenmann, im Volksmund „Henner und Frieder“, seit jeher auf der Siegbrücke in der Unterstadt standen, werden sie nach vielem Hin und Her und großen baulichen Veränderungen in diesem Bereich nun zumindest wieder in der Nähe platziert. Diese Skulpturen des Bildhauers Reusch entstanden vor über 100 Jahren.

Schlösser und Burgen

Geschichte ist stets mit Schlösser und Burgen verbunden. In der Stadt Siegen gibt es gleich zwei Schlösser, das Untere und das Obere Schloss. Beide liegen auf relativ kurzem Weg in der ursprünglich „alten Stadt“ auf dem Siegberg beieinander, jenseits der Sieg. Hintergrund für die Zweiteilung war die Reformation. So gab es bei den einstigen Fürsten unterschiedliche Ausrichtungen. Die Verbindungen reichen unter anderem bis Nassau und Oranien (Niederlande). Während das Untere Schloss mit dem markanten Dicken Turm und der Fürstengruft die verschiedensten Nutzungen hatte und hat, ist in einem Teil des Oberen Schlosses, ganz oben auf dem Siegberg, seit über 100 Jahren das Siegerlandmuseum beheimatet. Ein schöner Spazierweg ist es auch zur Ginsburg in Lützel. Der Ort gehört zu Hilchenbach. Anderweitig genutzt wird auch das Wasserschloss Hainchen, das idyllisch am Berghang im gleichnamigen Netphener Ort liegt, und wo auf der Höhe die Grenze zu Hessen verläuft. In noch mehreren anderen Orten gibt es Burganlagen oder Reste davon. Über Ritter und mehr wurde in verschiedenen Heimatbüchern berichtet.

Alles das sind nur Facetten des Landes an der Sieg, dem man geschichtlich in Museen und Büchern folgen kann. Mit seinen Mischwäldern, Haubergen, Rieselwiesen und dem Quellgebiet Rothaargebirge hat das Siegerland auch sonst einiges für den Geschichts-, Kultur- und Kunstinteressierten zu bieten, Stichwort Peter Paul Rubens.

Das eine und andere, von Hauberg bis Mundart, ist auch auf http://www.buch-juwel.de gerafft zusammengefasst. (Mai 2013 jw)