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Siegerland und Kuchen: Kringel

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Schmeckt lecker: Kringel. (Alle Fotos (c): presseweller)

 

Dr Krenge oder Krengel schmeckt – Es gibt aber noch mehr leckere Kuchen

Siegen. Januar 2016 (buch-juwel). Zum Genießen gehörte im Siegerland früher und oft auch heute noch der „Krenge“ oder „Krengel“, also der Kringel. Ein köstliches Hefegebäck mit süßer und/ oder würziger Innenbeschichtung. Das Wort Kringel rührt daher, dass es in der Regel zwei zueinander gebogene „Stangen“ sind, die aufs Backblech kommen und nach allem würzigem Duft später fertig gebacken auf dem Blech liegen. Köstlich.

Für den Kringel wird ein Hefeteig hergestellt. Daraus werden  zwei dicke Stangen geformt. Das hat den Vorteil, dass man den Inhalt variieren kann. So gab es oft zum Beispiel in einem Teil eine Marmeladenbeschichtung, in dem anderen würzigen Zimt. Oft sind auch Rosinen dabei. Da im Marmeladenteil an den zipfelartigen Enden meist etwas der süßen Streichfüllung austritt, wurden die Endstücke gerne gegessen. Da griff man am besten schnell zu. Die Zahl der Endstücke ist schließlich sehr eng begrenzt.

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Leicht gebogen, eine Kringel-„Stange“.

Man erhält diesen Kuchen heute noch in so manchen Siegerländer Bäckereien. Zum Teil wird er überpudert, dann sieht er leicht gräulich aus, wie es bei uns zu Hause der Fall war. Heute hat der gekaufte Kuchen meist eine glatte, leicht glänzende braune Oberfläche, mal heller, mal dunkler.

Manche bestreichen ihre Kringelscheiben direkt mit Butter. Das ist auch ein guter Tipp, wenn der Kringel ein paar Tage alt ist: Mit Butter schmeckt er ebenfalls einfach nur köstlich.

Ähnlich auch anderswo

Diese Art von Backwerk gibt es ähnlich in anderen Ländern. In Kärnten/ Österreich hat man den Reindling. Er wird dort auch, gerne zu Ostern, mit Schinkenspeck und Ähnlichem sowie Kren, Meerrettich, gegessen. Wer es schon probiert hat: Diese Kombination kitzelt im wahrsten Sinne des Wortes den Gaumen, schmeckt ausgesprochen lecker. Ein Stückchen weiter jenseits der Grenze, in Slowenien, gibt es traditionell ebenfalls einen ähnlichen Kuchen wie den Potica, hier mit Nussmassenfüllung. Genuss kennt keine Grenzen.

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Boden, außer mit den eigen geernteten Stachelbeeren hier schon mit Dosenfrüchten, gab es früher und gibt es heute. Fruchtig.

Streusel, Boden und Co.

Das muss man mal sagen: Früher gab es viel öfter Steuselkuchen als heute. Der ist nun nicht aufs Siegerland beschränkt. Ein frischer Streuselkuchen hat schon was! Ebenso wie der Boden, der ganz früher aber nicht mit Dosenfrüchten belegt war, sondern mit dem, was der Garten hergab, zum Beispiel Erdbeeren, Stachelbeeren oder Kirschen. Je nach Saison waren natürlich die klassischen Apfel- und Pflaumenkuchen, im Siegerland „Quetschekooche“, mit Hefeteig ein Renner. Als Kinder griffen wir immer mehr als beherzt zu. Ja, Schlagsahne gab es meist auch dazu. Klar, dass es auch andere klassische Kuchen gab, wobei der „marmorierte“ Rührkuchen mit Kakaoeffekt und der mit Schokoguss für Leckermäuler noch einmal besonders erwähnt seien.

Es hat sich aber etwas geändert: Zur Kindheit gab es fast jeden Sonntag irgendeinen der leckeren Kuchen. Und noch mehr davon, wenn Besuch kam. Das war früher so. Schön. (jw)

Rezept-Hinweis zum Kringel, wie er hier gemacht wird:

Für den Hefeteig 500 g Mehl, 30 g Hefe, Milch, ca. 80 g Zucker, 1 Pr. Salz, rund 100 g Margarine und 1 Ei.

Teig ausrollen und mit flüssiger Butter oder mit Marmelade bestreichen, ca. 65 g Zucker drüber und etwas Zimt bzw. nach eigenem Geschmack, evtl. Rosinen oder auch Nüsse. Alles rollen und zu einer oder zu 2 Stangen formen und backen.

Tipp: Themen rund ums Siegerland – von früher und aktuell – finden Sie auch immer auf http://www.buch-juwel.de

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