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Vom Erz zum Eisen: Siegerland in vielen Facetten

Juli 2014. Siegen (Dialog). Das Siegerland hat viele Facetten und eine reiche Geschichte. Bauten hier doch schon vor rund 2.500 Jahren die Kelten das Erz ab und gewannen ihm das begehrte Material Eisen ab. Im Land an der Sieg entstanden später Bergwerke, Hütten und Hammerschmieden, und dazu gab es die Hauberge, die Holz lieferten. Der Siegerländer Autor Georg Hainer, hat das eine und andere „Siegerländische“ in Heimatbüchern, aber auch auf der Internetseite buch-juwel.de beschrieben.

Die Bergwerke, die Gruben, haben die Zeiten nicht überlebt. Es existieren aber noch einige wenige „Museums-Bergwerke“. So können sich Interessierte zum Beispiel in Salchendorf bei Neunkirchen, in Eiserfeld, „Reinhold-Forster-Erbstollen“, und in Museen wie in Müsen, auf der Eremitage und im Siegerlandmuseum in Siegen, wo ein Schaustollen „unter Tage“ angelegt ist, einen kleinen Eindruck verschaffen. Leider hat man es im Siegerland weitgehend versäumt, die oberirdischen Grubengebäude, vom Förderturm bis zur Waschkaue, wie auf der „Ameise“ in Siegen oder am „Pfannenberg“ als eine Art Industriekultur wenigstens an markanten Orten zu erhalten. Schade drum. Weil früher Siegerländer Eisenerz und Eisen ein begehrtes Gut war und es mit die tiefsten Gruben gab. Schön ist zumindest, das sich zum Beispiel in Niederschelden eine Bergknappenkapelle erhalten hat, die gerade ein Jubiläum gefeiert hat. Und dann klingt es auch schon in den Ohren „Glück auf, Glück auf, der Steiger kommt …“.

Der Siegerländer Vergangenheit hat sich schon lange der Schriftsteller Georg Hainer angenommen. In den von ihm geschriebenen Büchlein geht es in Geschichten und Gedichten um die verschiedensten Traditionen und Eigenheiten im Siegerland, veröffentlicht im Verlag Buch-Juwel. So fand auch das Büchlein „Wo Eisen in den Bergen liegt“ besonderen Zuspruch. Zur Bergmanns- und Hüttentradition wurde gerade auch ein neues bebildertes Gedicht verfasst.

Traditionelles und Neuheiten

Findet sich auf den Verlagsseiten www.buch-juwel.de so manches Traditionelle, vom Hauberg, der besonderen Art der Niederwaldbewirtschaftung, bis zu typischen Speisen der Region, so ist doch ständig Neues in Arbeit. Neben den verschiedenen Bilderbogen und Postern zur Region, steht etwas Typisches zum Siegerland mit vielen Bildern kurz vor der Fertigstellung. Außerdem soll die Mundart-Reihe in besonderer Form ergänzt werden. „Wahrscheinlich wird beides zum Herbst hin spruchreif sein“, heißt es dazu von Verlagsseite.

Kurz vor Fertigstellung steht auch die neue Trilogie „Siegerland aus alten Zeiten“, die nach dem Ersten Weltkrieg beginnt, in die 20er- und 30-Jahre, dann in die 1940er und schließlich bis Anfang der 1950er führt: Nicht wissenschaftlich mit einer Aneinanderreihung von Daten und Fakten, sondern anhand von Aussagen und Erzählen von Zeitzeugen zusammengestellt sowie mit Bildern und Dokumenten aus dem Alltag unterlegt.

Das neue Gedicht von Georg Hainer „Vom Erz zum Eisen“ ist aber schon jetzt über buch-juwel.de, gleich auf der Titelseite, abrufbar.

Über die Webseiten www.buch-juwel.de findet man mehr zu Siegerländischem. Über diese Seite gibt es auch Anfragemöglichkeiten. Alle Heimatbücher sind ausverkauft. Vom Buch „Em Siegerland“ aus 2013 stehen aus der Nachauflage noch Restexemplare zur Verfügung.

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Im Siegerland: Der Gruberich, Erz und Schlösser

 

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Die Ginsburg erzählt von alten Zeiten. Vom Turm gibt’s einen Rundblick über Höhen und Wälder im Siegerland. (Foto/c: presseweller)

 

Er soll den Bergleuten Schutz geboten haben, der „Gruberich“, so schreibt es jedenfalls der Siegerländer Schriftsteller Georg Hainer in einem Gedicht in „Dat Siegerland“. Immerhin gilt die Region im südlichen Westfalen zwischen Hessen und Rheinland-Pfalz als „Eisenland“, weil es ehedem für seinen Erzreichtum bekannt war und es überall Gruben und Schächte gab, von Ameise, Glück Auf und Martinshardt über Fortuna bis zur Pfannenberger Einigkeit, um nur einige wenige zu nennen. Irgendwann aber erloschen die Grubenlichter und hier und da, wie zum Beispiel in Eiserfeld und Salchendorf bei Neunkirchen, gibt es noch die Möglichkeit eines kleinen Einblicks. Einen Förderturm nebst kleinem Museum gibt es auch am Grimberg, unterhalb der Eremitage in Niederdielfen.

Die alte Bergwerks- und Hüttentradition schimmert immer wieder auf, und so gibt es auch noch eine Siegerländer Bergknappenkapelle. Wenn sie „Glück-auf, Glück-auf, der Steiger kommt …“ intoniert, entsteht gerade für diejenigen, die noch einen Teil der Bergmannszeit miterlebt oder davon von ihren Vätern oder Großvätern erfahren haben, eine besondere Atmosphäre. In Museen lässt sich ebenfalls anhand von Ausstellungsstücken bis zu Abrechnungsdokumenten ein Teil der früheren Zeiten nachvollziehen. Allerdings: Statt einzelne solcher besonderen Bergwerks-Anlagen mit Förderturm und Kaue als Denkmäler zu erhalten, regierte meist er Abriss. Schade.

In Siegen selbst, wo die großen Statuen von Bergmann und Hüttenmann, im Volksmund „Henner und Frieder“, seit jeher auf der Siegbrücke in der Unterstadt standen, werden sie nach vielem Hin und Her und großen baulichen Veränderungen in diesem Bereich nun zumindest wieder in der Nähe platziert. Diese Skulpturen des Bildhauers Reusch entstanden vor über 100 Jahren.

Schlösser und Burgen

Geschichte ist stets mit Schlösser und Burgen verbunden. In der Stadt Siegen gibt es gleich zwei Schlösser, das Untere und das Obere Schloss. Beide liegen auf relativ kurzem Weg in der ursprünglich „alten Stadt“ auf dem Siegberg beieinander, jenseits der Sieg. Hintergrund für die Zweiteilung war die Reformation. So gab es bei den einstigen Fürsten unterschiedliche Ausrichtungen. Die Verbindungen reichen unter anderem bis Nassau und Oranien (Niederlande). Während das Untere Schloss mit dem markanten Dicken Turm und der Fürstengruft die verschiedensten Nutzungen hatte und hat, ist in einem Teil des Oberen Schlosses, ganz oben auf dem Siegberg, seit über 100 Jahren das Siegerlandmuseum beheimatet. Ein schöner Spazierweg ist es auch zur Ginsburg in Lützel. Der Ort gehört zu Hilchenbach. Anderweitig genutzt wird auch das Wasserschloss Hainchen, das idyllisch am Berghang im gleichnamigen Netphener Ort liegt, und wo auf der Höhe die Grenze zu Hessen verläuft. In noch mehreren anderen Orten gibt es Burganlagen oder Reste davon. Über Ritter und mehr wurde in verschiedenen Heimatbüchern berichtet.

Alles das sind nur Facetten des Landes an der Sieg, dem man geschichtlich in Museen und Büchern folgen kann. Mit seinen Mischwäldern, Haubergen, Rieselwiesen und dem Quellgebiet Rothaargebirge hat das Siegerland auch sonst einiges für den Geschichts-, Kultur- und Kunstinteressierten zu bieten, Stichwort Peter Paul Rubens.

Das eine und andere, von Hauberg bis Mundart, ist auch auf http://www.buch-juwel.de gerafft zusammengefasst. (Mai 2013 jw)