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Siegerland und Kuchen: Kringel

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Schmeckt lecker: Kringel. (Alle Fotos (c): presseweller)

 

Dr Krenge oder Krengel schmeckt – Es gibt aber noch mehr leckere Kuchen

Siegen. Januar 2016 (buch-juwel). Zum Genießen gehörte im Siegerland früher und oft auch heute noch der „Krenge“ oder „Krengel“, also der Kringel. Ein köstliches Hefegebäck mit süßer und/ oder würziger Innenbeschichtung. Das Wort Kringel rührt daher, dass es in der Regel zwei zueinander gebogene „Stangen“ sind, die aufs Backblech kommen und nach allem würzigem Duft später fertig gebacken auf dem Blech liegen. Köstlich.

Für den Kringel wird ein Hefeteig hergestellt. Daraus werden  zwei dicke Stangen geformt. Das hat den Vorteil, dass man den Inhalt variieren kann. So gab es oft zum Beispiel in einem Teil eine Marmeladenbeschichtung, in dem anderen würzigen Zimt. Oft sind auch Rosinen dabei. Da im Marmeladenteil an den zipfelartigen Enden meist etwas der süßen Streichfüllung austritt, wurden die Endstücke gerne gegessen. Da griff man am besten schnell zu. Die Zahl der Endstücke ist schließlich sehr eng begrenzt.

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Leicht gebogen, eine Kringel-„Stange“.

Man erhält diesen Kuchen heute noch in so manchen Siegerländer Bäckereien. Zum Teil wird er überpudert, dann sieht er leicht gräulich aus, wie es bei uns zu Hause der Fall war. Heute hat der gekaufte Kuchen meist eine glatte, leicht glänzende braune Oberfläche, mal heller, mal dunkler.

Manche bestreichen ihre Kringelscheiben direkt mit Butter. Das ist auch ein guter Tipp, wenn der Kringel ein paar Tage alt ist: Mit Butter schmeckt er ebenfalls einfach nur köstlich.

Ähnlich auch anderswo

Diese Art von Backwerk gibt es ähnlich in anderen Ländern. In Kärnten/ Österreich hat man den Reindling. Er wird dort auch, gerne zu Ostern, mit Schinkenspeck und Ähnlichem sowie Kren, Meerrettich, gegessen. Wer es schon probiert hat: Diese Kombination kitzelt im wahrsten Sinne des Wortes den Gaumen, schmeckt ausgesprochen lecker. Ein Stückchen weiter jenseits der Grenze, in Slowenien, gibt es traditionell ebenfalls einen ähnlichen Kuchen wie den Potica, hier mit Nussmassenfüllung. Genuss kennt keine Grenzen.

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Boden, außer mit den eigen geernteten Stachelbeeren hier schon mit Dosenfrüchten, gab es früher und gibt es heute. Fruchtig.

Streusel, Boden und Co.

Das muss man mal sagen: Früher gab es viel öfter Steuselkuchen als heute. Der ist nun nicht aufs Siegerland beschränkt. Ein frischer Streuselkuchen hat schon was! Ebenso wie der Boden, der ganz früher aber nicht mit Dosenfrüchten belegt war, sondern mit dem, was der Garten hergab, zum Beispiel Erdbeeren, Stachelbeeren oder Kirschen. Je nach Saison waren natürlich die klassischen Apfel- und Pflaumenkuchen, im Siegerland „Quetschekooche“, mit Hefeteig ein Renner. Als Kinder griffen wir immer mehr als beherzt zu. Ja, Schlagsahne gab es meist auch dazu. Klar, dass es auch andere klassische Kuchen gab, wobei der „marmorierte“ Rührkuchen mit Kakaoeffekt und der mit Schokoguss für Leckermäuler noch einmal besonders erwähnt seien.

Es hat sich aber etwas geändert: Zur Kindheit gab es fast jeden Sonntag irgendeinen der leckeren Kuchen. Und noch mehr davon, wenn Besuch kam. Das war früher so. Schön. (jw)

Rezept-Hinweis zum Kringel, wie er hier gemacht wird:

Für den Hefeteig 500 g Mehl, 30 g Hefe, Milch, ca. 80 g Zucker, 1 Pr. Salz, rund 100 g Margarine und 1 Ei.

Teig ausrollen und mit flüssiger Butter oder mit Marmelade bestreichen, ca. 65 g Zucker drüber und etwas Zimt bzw. nach eigenem Geschmack, evtl. Rosinen oder auch Nüsse. Alles rollen und zu einer oder zu 2 Stangen formen und backen.

Tipp: Themen rund ums Siegerland – von früher und aktuell – finden Sie auch immer auf http://www.buch-juwel.de

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Früher in Siegen: Leimbacher Weiher, Fußball und mehr

Teil 2 des mehrseitigen Magazins aus dem Verlag Buch-Juwel ist online

21. Oktober 2015. Siegen. Ins Siegen der 1950er- und 1960er-Jahre führt die mehrteilige Reihe „Siegen früher“ des Verlags Buch-Juwels zurück. Nun ist Teil 2 fertig und online. Ob Spaziergänge im Leimbachtal, Höhlen, Fußball, Stadt- und Jahnplatz oder der Leimbacher Weiher am Fuße der Winchenbach, Schulen und das Wohnen früher sind Themen, die bei manchen Erinnerungen wecken.

Bei den Geschichten und Betrachtungen spielen im Vordergrund und stellvertretend für die übrigen Siegener Wohngebiete der Rosterberg und die Winchenbach mit dem Leimbachtal die Hauptrollen. Leser erfahren von Höhlen und vom Bunker und dem früheren Freibad-Spaß im Leimbacher Weiher, von Sportplätzen, der Schulsituation sowie von den oft obligatorischen Spaziergängen durch die nahen Wälder, die zugleich auch Spielplatz und Treff für Kinder und Jugendliche waren.

Das sechsseitige bebilderte Magazin kann ohne Anmeldung zum Lesen über die Seiten „Dies und Das“ oder „Magazine, Video, Blogs“ auf http://www.buch-juwel.de aufgerufen werden. Dort steht ebenfalls der erste Teil zum Aufrufen und Lesen zur Verfügung. Und wer sich für den Herbst früher mit Kastanien, Drachen und Laternen interessiert, kann die Geschichte dazu ebenfalls über die Seite „Magazine …“ aufrufen.

Foto-Repro: Titelanriss von „Siegen früher“, Teil 2. (Repro: presseweller)

BuchJuwel: Das Siegerland im Blick

Neu: Aus alten Zeiten im Siegerland

4. Oktober 2014. Siegen (buchjuwel). Mit Mundart, Geschichtlichem und Bodenständigen wie typischen Siegerländer Gerichten hat man bei buch-juwel.de stets das Siegerland im Blick. Völlig neu sind die Magazine „Aus alten Zeiten im Siegerland“ und „Siegerländer Herbst“. Die Magazine, die einmal mehr die Verbundenheit zur Region zeigen, sind werbefrei und über die BuchJuwel-Internetseite frei zugänglich.

Mit „Aus alten Zeiten im Siegerland“ hat der Kleinverlag BuchJuwel (www.buch-juwel.de) nun den ersten sechsseitigen Teil seiner Magazinreihe aufgelegt, die nach Zeitzeugenaussagen sowie mit Dokumenten und Fotos in geraffter Form die Zeit nach dem 1. Weltkrieg und bis weit in die 1930er-Jahre beschreibt. In den Folgeausgaben geht es um den Zweiten Weltkrieg und die Zeit danach.

Wenn natürlich auch auf allgemeine Themen während der Weimarer Republik  wie die irren Reparationsforderungen der „Siegermächte“, die weit nach dem Krieg erfolgte Besetzung des Ruhrgebiets, Inflation sowie Börsen-Crash (Zusammenbuch) und Weltwirtschaftskrise eingegangen wird, stehen die Menschen und ihre Erlebnisse im Vordergrund, zusammengestellt nach Befragungen von Zeitzeugen, Dokumenten und Fotos. In die Zeit der 1930er fallen schließlich auch die hohe Arbeitslosigkeit und der Aufstieg der NSDAP, der nationaslsozialistischen Partei. Interessierte finden im Magzin einen Kurzüberblick zur Situation in der Siegerländer Heimat.

Natur und Jahreszeiten

Wälder, Niederwälder, Hauberge, Jahredszeiten sind immer wieder ein Thema zur Siegerländer Heimat bei buch-juwel. Im Magazin „Siegerländer Herbst“  werden richtig bunte Facetten des Siegerländer Herbstes gezeigt. Der ist so farbenfreudig, dass man sich nicht hinter anderen Herbstbildern aus anderen Ländern verstecken muss. Und wenn das Wetter passt, laden die Herbsttage Interessierte natürlich zum Wandern wie über den Siegerland-Höhenring, den Rothaarsteig oder seine Zugangs-Wanderwege ein. Es ist eine Freude, das Farbenspiel des Herbstes im Siegerland zu erleben. Einige bunte Facetten davon gibt es im frei zugänglichen Magazin „Siegerländer Herbst“.

Die Magazine können zugangsfrei auf http://www.buch-juwel.de aufgerufen und angeschaut werden, als PDF oder als Magazin zum Blättern.

*Interessierte Redaktionen, ob Print oder online, können nach Absprache Einzelfotos bei uns abrufen.*

Fußball – Immer ein Thema im Siegerland

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Waren zwei zusammen, reichte das, um „vor der Tür“ zu fußballen und viel Spaß dabei zu haben, ob in Straßen-, Turn- oder Fußballschuhen. (Foto©: presseweller)

Jetzt in Brasilien, 1954 Schweiz und bei uns früher „auf der Straße“

Juni 2014. (dialog/jw). Geht es nun in diesem Monat in Brasilien in Sachen Fußball darum, welche Mannschaft sich mit viel Glück und Spielwitz am Ende „Weltmeister“ nennen kann, so hatte das Spiel mit dem Ball auch im Siegerland schon immer viele Freunde. Viele erinnern sich an frühere Austragungen und vor allem an den Juli 1954, als sich Deutschland in der Schweiz gegen Ungarn den Titel holte.
Überall waren doch nicht wenige von Kind auf mit Fußball konfrontiert. Das war auch im Siegerland und in unserer Straße so. Da es in den 1950er-Jahren noch viele Kinder verschiedenen Alters gab, ließen sich leicht zwei kleine drei- bis fünfköpfige Mannschaften zusammenstellen, um gegeneinander anzutreten, viel Bewegung und jede Menge Spaß zu haben. Am späten Nachmittag kickten auch noch manche Väter mit. Etwas verbissener und intensiver ging es schon zu, wenn Mannschaften zweier Straßen gegeneinander antraten. Dann musste ein Sieg her, was uns zweifellos nicht immer gelang. Gespielt wurde auf der Straße oder auf einer großen Wiese. Die Tore bildeten Bäume oder Tornister oder Klamotten, die man nach dem Spiel wieder überstreifte. Auf der Straße gekickt wurde auch dann, wenn einmal keine zwei Mannschaften zusammenkamen. Es wurden ein – neutraler – Tormann und mindestens zwei Spieler gebraucht, die gegeneinander antraten und „auf ein Tor spielten“. Klasse Sache, schnell und spannend.
Im Siegerland gab es viele Mannschaften, in nahezu jedem Dorf. In nachhaltiger Erinnerung sind hier wenige, beispielsweise der SuS Niederschelden, der VfL Klafeld-Geisweid, der VfB Weidenau sowie in Siegen neben den Sportfreunden Siegen der BC Eintracht Siegen und Grün-Weiß Siegen. Ein herausragendes Ereignis für das Siegerland und vor allem die Fußballinteressierten war zweifelsfrei, als die Sportfreunde Siegen im Juni 1955 Deutscher Amateurmeister wurden. Ausgetragen wurde das Spiel in Wetzlar. So manche Namen wie Paul Haase, Otto Nauroth, Herbert Schäfer und, Tormann, Werner Steffe klingen noch heute im Ohr. Im Bereich der Eintracht begrüßten später viele Menschen das Team. Wir waren dabei!

Vom Radio zum Fernsehen
Schon ein Jahr davor, 1954 in der Schweiz, gab es ein fußballerisches Großereignis für Deutschland. Mit dem Sieg über Ungarn wurde das Team unter Trainer Sepp Herberger Weltmeister. Grenzenloser Jubel. Noch im jüngeren Kindesalter verfolgten wir und andere sportinteressierte Familien in den Nachkriegsjahren so manches Spiel am Radio mit, ob Fußball oder Handball. Das Fernsehen brauchte noch etwas.
Aber schon 1958 konnten wir bei einem Bekannten hin und wieder Sportereignisse im Fernsehen sehen. In Sachen Fußball wurde in dem Jahr der Weltmeister in Schweden ausgekickt. Sieger wurde Brasilien, der diesjährige Gastgeber, Deutschland kam auf den vierten Platz. Im Jahr 1962, am Übergang zur Jugend, war zum Turnier in Chile schon der eigene häusliche Fernseher da. Spannend.

Siegerland im Bilderbogen

Orte, Landschaften und herbstlicher Farbrausch

Oktober 2013. Siegen (jw). Das Siegerland ist eine facettenreiche Landschaft im südlichen Westfalen und jetzt auch auf den brandneuen +Bilderbögen des Verlags Buch-Juwel abgebildet.  Für Heimatfreunde zur Deko und zum Sammeln, zeigen die Poster anderen Orts- und Landschaftseindrücke als Anregung für Ausflüge oder Urlaub.

Die Nikolaikirche mit dem Krönchen, dem Wahrzeichen der Stadt Siegen, steht im Mittelpunkt der ersten Ausgabe des „Sejerlänner Bilderbogens „. Die Fotoreise führt auch nach Dielfen, vom Regenbogen überspannt, sowie zum bekannten Fachwerk in Freudenberg, nach Eisern, zur Eremitage und zu zwei Besonderheiten, dem Hauberg, wie der Siegerländer eine bestimmte Form des Niederwalds nennt, und zu einem Kohlenmeiler

Der Bogen „Sejerlänner Herbst“ zeigt den Farbrausch, in den dank der Nadel- und Laub- sowie Mischwälder das Land an der Sieg Jahr für Jahr getaucht wird. Ein vielschichtiges Erntedankmotiv prägt den Mittelteil.

Die DIN-A3-Poster auf festem Papier eignen sich, mit und ohne Rahmen, zur Wohnungs- und Bürodekoration, sie sind ein schönes Geschenk und können gesammelt werden, da  von Landschafts- und Regionsbögen sowie von Nachbarkreisen Folgebögen mit anderen Motiven in Planung sind. Jedes Motiv trägt einen kurzen Bildhinweis, damit der Betrachter weiß, was er sieht. Außerdem gehört zu Landschafts- und Regionsbögen ein Beiblatt, in dem die Abbildungen näher beschrieben sind, bis hin zu geschichtlichen Hinweisen.  Zurzeit erschienen sind außer den hier kurz beschriebenen Bögen auch „Dilltal“  sowie „Westerwald“ sowie, für außerhalb des Siegerlandes, in Baden-Württemberg, das „Breisgauer Bilderbögele“.

Näheres und Muster sowie Weiteres rund ums Siegerland gibt es auf den Webseiten http://www.buch-juwel.de.

(Rechte auf Abbildungene und Texte bei presseweller.de)

Zentral zu Nord und Süd: Siegerland

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Freudenberg, bekannt für seine Fachwerk-Altstadt. (Foto: presseweller)

Die Rubens-Fachwerk-Region ist für Urlauber gut zu erreichen

August 2013. (Dialog). Das Siegerland im südwestlichen Westfalen lässt sich von außerhalb gut erreichen. Mit mehreren Abfahrten liegt es direkt an der Autobahn A 45. In der hügeligen Landschaft mit vielen Niederwäldern und insgesamt reichem Waldbestand wurde der große Maler Peter Paul Rubens geboren, außerdem birgt es mit dem Städtchen Freudenberg eine weithin bekannte Fachwerkidylle. Für Urlauber und Ausflügler ideal, weil es viel zum Gucken und zum Wandern gibt, vom Siegerland-Höhenring bis zum Rothaarsteig.

Als bedeutende Wirtschaftsregion mit Jahrhunderte alter Tradition ist es wichtig, dass das Siegerland zumindest straßenmäßig gut angebunden ist. Es wird von den Bundesstraßen B 54 und B 62 durchzogen sowie vor allem von der Autobahn A 45, die seit 1971 durchgehend nach Süd und Nord genutzt werden kann. In Verbindung damit gibt es zahlreiche Autobahnbrücken, besonders hoch und lang ist die Siegtalbrücke, die im Bereich Eiserfeld das Siegtal überspannt. Geht es nördlich Richtung Dortmund, kann man am Wendener Kreuz westlich auf die A 4 Richtung Bergisches und Rheinland abzweigen, östlich aber nur bis zur Krombacher Höhe. Trotz des stark gewachsenen Verkehrs nach dem Fall der DDR wurde es versäumt, die A 4 weiter bis zum Hattenbacher Dreieck in Hessen und damit zum weiteren Anschluss nach Osten und Norden zu bauen. Das Projekt scheint ad acta gelegt worden zu sein. Ob da angedachte Ortsumgehungen besser sind, ist eine ganz andere Frage.

Über die A 45 gelangt man aber Richtung Norden zum Westhofener Kreuz, wo sich dann und im folgenden Streckenverlauf die Autobahnen A 1 – Richtung Norden Bremen/Hamburg und die A 2 Richtung Hannover/Berlin anbieten. In südlicher Richtung gelangt man über das Gambacher Dreieck nach Wahl später auf die A5 Richtung Frankfurt/Basel, fährt um Richtung Norden und später Osten oder nutzt die A 45 bis zum Ende bei Aschaffenburg, um dann die A 3 Richtung Würzburg/München zu nutzen. Gut, nach Hamburg sind es aus dem Siegerland je nach Standort um die 440 Kilometer, in etwa so auch nach Südwesten wie Freiburg und rund 530 Kilometer nach München.

Von Siegen aus gibt es mehrere Bahnverbindungen wie beispielsweise Richtung Köln, Richtung Gießen/Frankfurt und Richtung Hagen und jeweils weiter. Besonders Geschäftsleute nutzen auch den nicht für große Passagiermaschinen gedachten Siegerland-Flughafen in Burbach-Lippe. Das Hauptaugenmerk für die meisten Urlauber liegt daher auf den guten Straßenverbindungen.

Viele Besonderheiten

Urlauber finden eine typische Mittelgebirgslandschaft mit sehr viel Wald, und zwar neben dem dominierenden Nadelwald auch viel Laub- und Mischwald. Eine Besonderheit sind die Niederwälder, die im Siegerland Hauberg heißen. Idyllische Dörfer und Städtchen bieten sich zum Relaxen und zu Aktivitäten an. Wandern ist angesagt: Von nahezu jedem Ort kann man über Wege durch die Wälder, an Bächen und Flüssen entlang streifen, der Rothaarsteig, der ein Stückchen weit ins nahe Hessen geht, führt durchs Siegerland bis ins Hochsauerland. Es bieten sich aber auch Höhenwege und -ringe an. Von den Höhen gibt es häufig beeindruckende Aussichten.

Im schönen Wittgensteiner Land, das zwar, politisch so bestimmt, zum Kreis Siegen-Wittgenstein gehört, bieten sich wieder völlig andere Landschaftsbilder und Ortsbilder. Dort läuft auch, bei Aue-Wingeshausen, seit einiger Zeit das Projekt mit einer Wisent-Auswilderung. Soweit nicht nur abwärtige Talpassagen genutzt werden, müssen Radler kräftig in die Pedale treten. Motorbiker finden kurvenreiche Strecken.

Wer im Zentralort Siegen unterwegs und kulturell und geschichtlich interessiert ist, sollte sich das Siegerlandmuseum im Oberen Schloss anschauen. Dort gibt s auch eine Rubens-Galerie. Der bekannte flämische Maler Peter Paul Rubens wurde in Siegen geboren. Etwas unter die Erde „absteigen“ muss man zur Besichtigung des integrierten kleinen Schaubergwerks. Es erinnert an die alte Grubentradition des bedeutenden Erzabbaus im Siegerland.

Nur ein paar Gehminuten unterhalb des Schlosses Richtung Altstadt/Oberstadt trifft man auf die Nikolaikirche. Sie trägt ein güldenes Krönchen, das Wahrzeichen der Stadt. Noch ein paar Minuten weiter bergab steht die Martinikirche, die älteste Kirche Siegens. Gleich daneben das Untere Schloss, das nun Teil der Siegener Uni werden soll, und direkt dabei, im schönen ehemaligen Telegrafenamt, das Museum für Gegenwartskunst mit moderneren Arbeiten bis zur Videoinstallation und regelmäßigen Ausstellungen.

Museumsfreunde sollten, in kurzer Zeit über die Autobahn zu erreichen, auch Wilnsdorf besuchen. Ob alter Kaufmannsladen, altes Handwerk, die Schauanlage zu Rieselwiesen und Hauberg, Grubengeschichte, Gesteine und Bergmannsdokumente oder Frühzeit mit Steinzeitmensch und Mammut: Das Museum ist abwechslungsreich. Ein Besuch macht Freude. Übrigens: Wenn man in Wilnsdorf abfährt, gibt es auf der Rast – und Tankanlage seit diesem Jahr (2013) auch die optisch gelungene Autobahnkirche. Sollte man sich angucken!

In Hilchenbach-Lützeln kann man zur geschichtsträchtigen Ginsburg wandern, die einmal mehr die Verknüpfungen des Landes zu den Niederlanden unterstreicht: Mal hoch in den Turm und die Aussicht genießen. In Hilchenbach selbst kann man im Ortskern die großen sehenswerten Fachwerkhäuser bestaunen.

Freudenberg mit seiner Fachwerk-Altstadt muss man gesehen haben. Das Fachwerk-Ensemble ist weit über die Grenzen hinaus bekannt. Im Ort gibt’s auch eine Freilichtbühne sowie das Technikmuseum.

Nur ein paar der Besonderheiten. Einkehren, ob auf Essen oder Kaffee und Kuchen, kann man überall, und vielerorts gibt es auch Übernachtungsmöglichkeiten.

Zu Details sollte man sich auf den Seiten der Orte schlau machen oder beim Tourismusverband des Kreises Siegen-Wittgenstein. Zu Siegerländischem und mehr gelangt man auch über die Seiten www.presseweller.de sowie www.buch-juwel.de. (jw)

(Klar, ohne Gewähr für die aktuelle Befahrbarkeit von Straßen, für Bahnanschlüsse usw.)

Reiseberichte zu Siegerland und Westerwald sowie zu verschiedenen anderen Urlaubszielen auf http://www.presseweller.de

Im Siegerland: Der Gruberich, Erz und Schlösser

 

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Die Ginsburg erzählt von alten Zeiten. Vom Turm gibt’s einen Rundblick über Höhen und Wälder im Siegerland. (Foto/c: presseweller)

 

Er soll den Bergleuten Schutz geboten haben, der „Gruberich“, so schreibt es jedenfalls der Siegerländer Schriftsteller Georg Hainer in einem Gedicht in „Dat Siegerland“. Immerhin gilt die Region im südlichen Westfalen zwischen Hessen und Rheinland-Pfalz als „Eisenland“, weil es ehedem für seinen Erzreichtum bekannt war und es überall Gruben und Schächte gab, von Ameise, Glück Auf und Martinshardt über Fortuna bis zur Pfannenberger Einigkeit, um nur einige wenige zu nennen. Irgendwann aber erloschen die Grubenlichter und hier und da, wie zum Beispiel in Eiserfeld und Salchendorf bei Neunkirchen, gibt es noch die Möglichkeit eines kleinen Einblicks. Einen Förderturm nebst kleinem Museum gibt es auch am Grimberg, unterhalb der Eremitage in Niederdielfen.

Die alte Bergwerks- und Hüttentradition schimmert immer wieder auf, und so gibt es auch noch eine Siegerländer Bergknappenkapelle. Wenn sie „Glück-auf, Glück-auf, der Steiger kommt …“ intoniert, entsteht gerade für diejenigen, die noch einen Teil der Bergmannszeit miterlebt oder davon von ihren Vätern oder Großvätern erfahren haben, eine besondere Atmosphäre. In Museen lässt sich ebenfalls anhand von Ausstellungsstücken bis zu Abrechnungsdokumenten ein Teil der früheren Zeiten nachvollziehen. Allerdings: Statt einzelne solcher besonderen Bergwerks-Anlagen mit Förderturm und Kaue als Denkmäler zu erhalten, regierte meist er Abriss. Schade.

In Siegen selbst, wo die großen Statuen von Bergmann und Hüttenmann, im Volksmund „Henner und Frieder“, seit jeher auf der Siegbrücke in der Unterstadt standen, werden sie nach vielem Hin und Her und großen baulichen Veränderungen in diesem Bereich nun zumindest wieder in der Nähe platziert. Diese Skulpturen des Bildhauers Reusch entstanden vor über 100 Jahren.

Schlösser und Burgen

Geschichte ist stets mit Schlösser und Burgen verbunden. In der Stadt Siegen gibt es gleich zwei Schlösser, das Untere und das Obere Schloss. Beide liegen auf relativ kurzem Weg in der ursprünglich „alten Stadt“ auf dem Siegberg beieinander, jenseits der Sieg. Hintergrund für die Zweiteilung war die Reformation. So gab es bei den einstigen Fürsten unterschiedliche Ausrichtungen. Die Verbindungen reichen unter anderem bis Nassau und Oranien (Niederlande). Während das Untere Schloss mit dem markanten Dicken Turm und der Fürstengruft die verschiedensten Nutzungen hatte und hat, ist in einem Teil des Oberen Schlosses, ganz oben auf dem Siegberg, seit über 100 Jahren das Siegerlandmuseum beheimatet. Ein schöner Spazierweg ist es auch zur Ginsburg in Lützel. Der Ort gehört zu Hilchenbach. Anderweitig genutzt wird auch das Wasserschloss Hainchen, das idyllisch am Berghang im gleichnamigen Netphener Ort liegt, und wo auf der Höhe die Grenze zu Hessen verläuft. In noch mehreren anderen Orten gibt es Burganlagen oder Reste davon. Über Ritter und mehr wurde in verschiedenen Heimatbüchern berichtet.

Alles das sind nur Facetten des Landes an der Sieg, dem man geschichtlich in Museen und Büchern folgen kann. Mit seinen Mischwäldern, Haubergen, Rieselwiesen und dem Quellgebiet Rothaargebirge hat das Siegerland auch sonst einiges für den Geschichts-, Kultur- und Kunstinteressierten zu bieten, Stichwort Peter Paul Rubens.

Das eine und andere, von Hauberg bis Mundart, ist auch auf http://www.buch-juwel.de gerafft zusammengefasst. (Mai 2013 jw)